Praxisformate in Reichenau an der Rax
Im Herbst 2025 fanden zwei Schaubaustellenformate statt, die einen kompakten und praxisnahen Zugang zur Baukultur vermittelten. Im Mittelpunkt stand das Lernen direkt am Objekt: Materialien, Schadensbilder und Arbeitstechniken konnten vor Ort analysiert, diskutiert und praktisch erprobt werden.
Die Formate richteten sich an Interessierte, Eigentümerinnen und Eigentümer historischer Gebäude sowie Fachleute aus Handwerk, Planung und Denkmalpflege und boten einen niederschwelligen Einstieg in zentrale Themen der Bestandserhaltung.
Arbeiten mit Kalk
An der historischen Schöller Garage wurde die Instandsetzung einer Fassade anhand einer Musterfläche demonstriert. Unter der Leitung von Karl Stingl standen die materialtechnische Befundung, die Analyse von Schadensbildern sowie die Entwicklung eines geeigneten Restaurierkonzepts im Fokus.
Darauf aufbauend wurden Grundlagen im Umgang mit traditionellen Materialien wie Kalk, Mörtel und mineralischen Anstrichen vermittelt und in der praktischen Umsetzung erprobt. Die Teilnehmenden arbeiteten aktiv mit und erhielten so ein vertieftes Verständnis für die Anforderungen und Qualitäten historischer Baustoffe.
Restaurieren von Kastenfenstern
Im zweiten Format wurde die fachgerechte Instandsetzung historischer Kastenfenster behandelt. Unter Anleitung von Stefan Kainz wurden typische Schadensbilder analysiert und zentrale Arbeitsschritte vermittelt – vom Einglasen mit Leinölkitt bis zu geeigneten Anstrichtechniken.
Ergänzend wurden auch metallische Bauteile wie Beschläge, Angeln und Bänder thematisiert. Die praktische Arbeit am Objekt ermöglichte einen direkten Zugang zu den Techniken und verdeutlichte die Bedeutung sorgfältiger Reparatur im Umgang mit historischer Substanz.
Baukultur praktisch vermittelt
Beide Schaubaustellen zeigten, wie wichtig das Zusammenspiel von Materialwissen, handwerklicher Ausführung und genauer Beobachtung im Bestand ist. Durch das Arbeiten am realen Objekt wurde deutlich, welchen Beitrag die fachgerechte Instandsetzung historischer Bauteile zur Baukultur, Energieeffizienz und nachhaltigen Nutzung leistet.
Vielen Dank!
Ein besonderer Dank gilt Karl Stingl und Stefan Kainz für die fachkundige Leitung der Schaubaustellen sowie die engagierte und praxisnahe Vermittlung ihres Wissens.
Handwerkliches Arbeiten schafft neue Zugänge, stärkt Selbstwirksamkeit und macht einfach Freude – genau das möchten wir auch künftig anbieten und weiterentwickeln.
Wir freuen uns auf die nächsten Workshops und auf alle, die Lust haben, mitzumachen!