Pilottraining für Handwerkerinnen und Handwerker
Im Rahmen des Erasmus+-Projekts Heritage Train II fand vom 8. bis 10. April 2026 am Gut St. Christoph in Prigglitz ein dreitägiges Pilottraining für Handwerkerinnen und Handwerker sowie Fachkräfte aus Planung und Architektur statt.
Organisiert von der ARGE Handwerk & Baukultur gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt (Kartause Mauerbach) und dem Verein zur Förderung der Baudenkmalpflege (VFB) stand eine praxisnahe Einführung in die Sanierung historischer Gebäude im Mittelpunkt. Ziel war es, fundiertes Wissen zur Sanierung traditioneller Bausubstanz zu vermitteln und Ansätze der Baudenkmalpflege praxisnah auf traditionelle, teilweise nicht denkmalgeschützte, Gebäude zu übertragen. Der Fokus lag dabei auf der gezielten Wissensvermittlung für Handwerkerinnen und Handwerker.
Lernen am Bestand
Das Gut St. Christoph diente während des gesamten Trainings als reales Lern- und Arbeitsumfeld. Materialien, Bauteile und typische Schadensbilder wurden direkt vor Ort analysiert und gemeinsam mit Fachleuten aus Denkmalpflege und Handwerk besprochen.
Im Fokus standen traditionelle und moderne Materialien, deren Eigenschaften sowie der richtige Einsatz auf der Baustelle im Bestand.
Inhalte des Trainings
Das dreitägige Programm verband theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen und Workshops:
Grundlagen in die Sanierung traditioneller Gebäude
Einführung in Denkmalpflege, Arbeitsabläufe und dokumentarische Grundlagen sowie die Zusammenarbeit mit Restaurierung und Planung.
Material und Oberfläche
Behandlung von Mauerwerk, Sockelzonen, Putz- und Anstrichsystemen sowie Kalktechniken und deren praktische Anwendung.
Praxisworkshops
- Kalklöschen, Kalk- und Sandmischungen
- Putz- und Baustellenmischungen
- traditionelle und moderne Anstrichtechniken
- Reparatur von Holzböden, Fenstern und Türen
Koordination und Zusammenarbeit im Bestand
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit unterschiedlicher Gewerke in der Sanierung traditioneller Gebäude. In einer abschließenden Diskussion wurden Fragen der Koordination, Verantwortung und Abstimmung auf Baustellen im Bestand behandelt.
Dabei standen insbesondere Bauabläufe, Zeitplanung und die Zusammenarbeit zwischen Handwerk, Architektur, Planung und Restaurierung im Mittelpunkt.
Austausch und Weiterbildung
Das Pilottraining bot Raum für intensiven fachlichen Austausch zwischen Handwerker:innen, Architekt:innen, Planer:innen und Denkmalpfleger:innen. Neben der Wissensvermittlung stand die gemeinsame Reflexion praktischer Herausforderungen im Umgang mit historischer Bausubstanz im Vordergrund.
Bedeutung für die Baukultur
Das Training zeigt die zentrale Rolle des Handwerks in der Erhaltung traditioneller Gebäude. Fachliches Wissen, Materialverständnis und interdisziplinäre Zusammenarbeit sind entscheidend, um Baukultur langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Gerade im sensiblen Kontext der Weltkulturerbe-Region Semmering wird deutlich, wie wichtig qualifizierte Weiterbildung im Bestand ist.
Kooperationspartner:
↳ Bundesdenkmalamt | Kartause Mauerbach
↳ Verein zur Förderung der Baudenkmalpflege in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt
↳ Slovenská Komora Architektov
↳ Weltkulturerbe-Region Semmering-Rax
↳ Universität für Weiterbildung Krems
↳ Ländliche Innovationspartnerschaften 77-03