Drei Pilottrainings zur Stärkung der Baukultur in der Weltkulturerbe-Region Semmering
März – April 2026
Im Frühjahr 2026 werden im Rahmen des Erasmus+ Projekts „Heritage Train II“ in Kooperation mit der ARGE „Handwerk & Baukultur“ sowie dem Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege Kartause Mauerbach des Bundesdenkmalamts drei aufeinander abgestimmte Pilottrainings durchgeführt. Ziel ist es, zentrale Akteurinnen und Akteure im Umgang mit historischer Bausubstanz fachlich zu stärken, Verantwortung zu fördern und regionale Kompetenzen langfristig zu sichern. Eigentümerinnen und Eigentümer, Handwerkerinnen und Handwerker sowie Planende werden in unterschiedlichen, jedoch miteinander verzahnten Formaten angesprochen.
Die drei Trainings verbinden strategisches Grundlagenwissen, materialtechnische Vertiefung und intensive praktische Anwendung. Damit entsteht ein durchgängiges Lernangebot, das sowohl Entscheidungs- als auch Ausführungskompetenz stärkt.
Eigentümerinnen und Eigentümer als Manager ihres historischen Gebäudes
18.–20. März 2026 | Gut St. Christoph, Prigglitz
Den Auftakt bildet das dreitägige Pilottraining für Eigentümerinnen und Eigentümer historischer Gebäude. Historische Bauten erfordern langfristige, qualitätsvolle Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Nutzung, Erhalt und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Training stärkt Eigentümerinnen und Eigentümer in ihrer Rolle als strategische Verantwortungstragende und vermittelt grundlegende Kenntnisse der Baudenkmalpflege, Restaurierungskonzepte, bauphysikalische Zusammenhänge sowie rechtliche Rahmenbedingungen und Förderinstrumente.
Anhand konkreter Beispiele und im direkten Bezug zum historischen Gut St. Christoph werden typische Schadensbilder, Wartungsstrategien und nachhaltige Lösungsansätze diskutiert. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit Fachfragen zu schaffen und ein vertieftes Bewusstsein für materialgerechte und langfristig tragfähige Entscheidungen zu entwickeln. Eigentümerinnen und Eigentümer werden ermutigt, ihre Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern aktiv und qualitätsvoll weiterzuentwickeln.
Baukultur-Einführung in die Sanierung historischer Gebäude für Handwerkerinnen und Handwerker
8.–10. April 2026 | Gut St. Christoph, Prigglitz
Das zweite Pilottraining richtet sich an Handwerkerinnen und Handwerker, Restauratorinnen und Restauratoren, Planende und Architekturschaffende, die ihre Kompetenzen im Umgang mit historischer Bausubstanz vertiefen möchten. Im Mittelpunkt stehen traditionelle Materialien und deren fachgerechte Anwendung im Bestand.
Vermittelt werden Grundlagen des Arbeitens mit Kalk, Mörtel und historischen Anstrichsystemen sowie materialgerechte Reparaturstrategien. Die Teilnehmenden setzen sich mit bauphysikalischen Zusammenhängen auseinander und reflektieren typische Herausforderungen bei der Instandsetzung historischer Bauteile. Theorie und Praxis greifen eng ineinander, sodass ein vertieftes Verständnis für die Eigenlogik historischer Konstruktionen entsteht. Gleichzeitig wird der interdisziplinäre Austausch zwischen Gewerken und Denkmalpflege gestärkt, um Schnittstellen im Planungs- und Bauprozess bewusst zu machen. Das historische Gut St. Christoph bietet dafür einen anschaulichen und authentischen Lernrahmen.
Hands On – Praxis der Fassadeninstandsetzung
20.–24. April 2026 | Posthof, Schottwien
Den Abschluss bildet ein fünftägiges, intensiv praxisorientiertes Format im historischen Posthof in Schottwien. In einer auf maximal fünfzehn Personen begrenzten Gruppe wird unter fachlicher Leitung die Instandsetzung einer historischen Fassade anhand einer Musterfläche durchgeführt.
Im Zentrum steht ein vollständiger Arbeitsprozess von der materialtechnischen Befundung über die Analyse von Schadensbildern bis zur Entwicklung eines Restaurierziels und der praktischen Umsetzung. Die Teilnehmenden arbeiten mit traditionellen Baumaterialien wie Kalk, Mörtel sowie historischen Farben und Anstrichen und setzen die einzelnen Arbeitsschritte eigenständig unter fachlicher Begleitung um. Durch das mehrtägige Arbeiten entsteht ein vertieftes Erfahrungswissen, das theoretische Inhalte unmittelbar greifbar macht und nachhaltige Kompetenzentwicklung ermöglicht.
Gemeinsame Wirkung und regionale Perspektive
Die drei Pilottrainings verfolgen ein gemeinsames Ziel: die nachhaltige Sicherung und qualitätsvolle Weiterentwicklung der Baukultur in der Weltkulturerbe-Region Semmering. Historische Gebäude stehen zunehmend unter Druck durch Nutzungsanforderungen, Sanierungsdynamik und fehlendes Fachwissen. Umso wichtiger ist es, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Ausführende gleichermaßen zu qualifizieren und miteinander in Austausch zu bringen.
Durch die Kombination aus strategischem Wissen, handwerklicher Vertiefung und intensiver Praxis wird eine regionale Kompetenzstruktur gestärkt, die langfristig zur Qualitätssicherung im Umgang mit denkmalgeschützter Substanz beiträgt. Die Pilottrainings bilden damit einen zentralen Baustein innerhalb des Projekts „Handwerk & Baukultur“ und unterstützen die Entwicklung nachhaltiger Strukturen in der Region.
Kooperationspartner:
↳ Bundesdenkmalamt | Kartause Mauerbach
↳ Verein zur Förderung der Baudenkmalpflege in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt
↳ Slovenská Komora Architektov
↳ Weltkulturerbe-Region Semmering-Rax
↳ Universität für Weiterbildung Krems