Workshop Modul:
Modul 2.1 - Sensibilisierung für die eigene Gemeinde
Datum:
27. Mai 2026
Schule:
Polytechnische Schule Reichenau (PTS)
Team:
"Handwerk & Baukultur" & "Wanderklasse - Verein für BauKulturVermittlung"

Im Rahmen des Moduls „Sensibilisierung für die eigene Gemeinde“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule (PTS) Reichenau gemeinsam mit dem Team von „Handwerk & Baukultur“ und der „Wanderklasse“ intensiv mit ihrem Lebensumfeld und der Frage, was Orte lebenswert macht. Zu Beginn wurde dabei auch die Lage Reichenau in der Weltkulturerbe-Region Semmering-Rax thematisiert und der besondere kulturelle sowie landschaftliche Kontext als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Baukultur eingeführt. Als Jugendliche, die im kommenden Jahr in eine Lehre – vielfach im Bereich Handwerk – übertreten werden, nahmen sie dabei eine besondere Rolle ein: Sie sind zukünftige Gestalterinnen und Gestalter der gebauten Umwelt und damit zentrale Akteurinnen und Akteure für die Baukultur von morgen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass alle beruflichen Wege zur Lebendigkeit eines Ortes beitragen – jede Lehre und jede Tätigkeit wirkt in die Gemeinde hinein und prägt, wie ein Ort genutzt, belebt und weiterentwickelt wird.

Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung in die Themen Handwerk, Baukultur und Ortswahrnehmung stand das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Als Einstieg stellten sich die Schülerinnen und Schüler kurz vor und griffen dabei auch auf ausgewählte Gegenstände als Gesprächsanlass zurück.

Anschließend wurde gemeinsam über Reichenau gesprochen: Welche Orte verbinden die Jugendlichen mit ihrer Gemeinde? Welche Orte werden gerne genutzt – und welche eher gemieden?

Im nächsten Schritt arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit großformatigen Schwarzplänen. Dort markierten sie ihre persönlichen Lieblingsorte sowie sogenannte „Unorte“. Dabei wurde sichtbar, wie unterschiedlich Orte wahrgenommen werden und welche Qualitäten den Jugendlichen wichtig sind.

Im Rahmen einer gemeinsamen Begehung in Kleingruppen wurden mehrere dieser Lieblingsorte besucht und genauer untersucht. Vor Ort diskutierten die Gruppen darüber, warum bestimmte Plätze als angenehm empfunden werden. Themen wie Materialität, Atmosphäre, Naturbezug, Treffpunkte, Ruhe, Sonne, Infrastruktur oder auch Lärm spielten dabei eine wichtige Rolle. Die Beobachtungen wurden gemeinsam reflektiert.

Ergänzend wurde bei den Begehungen auf die bestehende Baukultur im Ortsraum eingegangen. Dabei wurde diskutiert, wie wichtig der Erhalt historischer Bausubstanz für die Identität eines Ortes ist. Welche Gebäude prägen Reichenau? Welche Dachformen, Proportionen und Materialien sind charakteristisch? Und wie treten Gebäude unterschiedlicher Zeitschichten miteinander in Beziehung? Diese Fragen schärften den Blick für die gebaute Umgebung als kulturelles Erbe und alltäglichen Lebensraum zugleich.

Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Erkenntnisse beim Reichenauer Pavillon und tauschten ihre Eindrücke miteinander aus. In einer abschließenden Reflexionsrunde wurden zentrale Beobachtungen des Tages nochmals aufgegriffen und gemeinsam eingeordnet.

Der Workshop zeigte, wie bewusst Jugendliche ihre Umgebung wahrnehmen und wie wichtig Beteiligung, Austausch und gemeinsames Beobachten für das Verständnis von Baukultur und öffentlichem Raum sind – insbesondere mit Blick auf ihre zukünftige Rolle im Handwerk und in der Gestaltung unserer gebauten Umwelt.

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